Via Regia in der Zeit der Kyjiwer Rus - ViaRegiaUkraine
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Via Regia in der Zeit der Kyjiwer Rus

Zahlreiche Schriftstücke und Fundsachen des VIII.-X. Jh. sprechen für die Beziehungen zwischen Franken und Slawen. Zum Schutz der östlichen Landverbindung dienten slawische Erdwälle und Festungen, auf deren Stellen später Städte gebaut wurden.

Durch das Staatsgebiet der Kyjiwer Rus führten drei größte internationale Wege: der Bernsteinweg (vom Baltischen Meer durch die Weichsel, den Saan und den Dnister nach dem Schwarzen Meer), der Weg von den Warägern zu den Griechen (vom Baltischen Meer durch die Newa, den Ladogasee, den Wolchow und den Dnipro nach dem Schwarzen Meer) und der Weg von Bolgar an der Wolga nach dem Kalifat von Córdoba in Spanien (an der Wolga und Oka, durch das Land Tschernihiw nach Kyjiw, Galitsch, Przemyśl, Krakau, Prag, Regensburg, Trier). Der letzte Weg, der fast über das ganze Europa führte, kann als der transeuropäische Weg, Via Regie bezeichnet werden.

Er wurde im X. Jh. gegründet, als das Königreich der „Schwarzen Bulgaren“ mit der Hauptstadt in Bolgar an der Wolga (heute Kasan) nach der Übernahme des Islams zu einem mächtigen Handelsstaat wurde, die durch Choresmien mit der Seidenstraße außer dem Gebiet der Chosaren verbunden wurde, Seit dem XI. Jh. war dieser Weg der wichtigste europäische Durchgangsweg.

Angesichts der fehlenden festen Bodenwege wurden zuerst Flusswege benutzt. In der Rus kamen oft Lodi – kleine Wikingerschiffe zum Gebrauch, die einen kleinen Tiefgang hatten, gerudert oder gesegelt werden konnten und mit den Rollen auf dem Festland zwischen Flüssen übergezogen wurden.

Durch Via Regia wurden die Seide, Luxusgüter, Spezereien, sonstige Waren aus Osten sowie Pelze aus Norden in die Hauptstadt der Rus eingeführt. Ausgeführt wurden Sklaven, Honig, Wachs und Handwerkserzeugnisse. In Kyjiw kreuzte sich die Via Regia mit dem Weg von den Warägern zu den Griechen, durch den Waren aus Byzantion und Skandinavien importiert wurden.

Der wiederhergestellte ukrainische Teil der Via Regia im XI.-XIV. sieht heute so aus:

Kyjiw- Korez -Ostroh-Luzk-Lwiw-Przemyśl.

Genauer: Kyjiw – Schytomyr – Novograd-Wolynskyj (in Chroniken Swjahel genannt) – Korez (Hauptstadt des Fürstentums Korez) – Ostroh – Riwne– Klewan – Olyka (später die Hauptstadt des Territoriums der Fürsten Radziwiłł) – Luzk – Dubno – Brody – Plisnesk (heute Dorf Pidhirzi) – Olesko – Busk – Lwiw – Sambir – Dobromyl – Nyschankowytschi – Przemyśl.

In seinem ganzen Verlauf war es der Landweg, manchmal mit der festen Straßendecke (mit dem Kalkstein gepflastert), entlang dem verschiedene Brücken und Burgen errichtet wurden. Wie es sich aus den Satzungen österreichischer Städte und rheinischer Städte ergibt, wurden aus der Rus Sklaven, Honig, Wachs, Pelz, Pferde, Salz, handwerkliche Produkte, insbesondere Spinnwirtel aus dem rosa Schiefer aus Owrutsch, eiserne Vorhängeschlösser, Spielzeuge aus Ton und bemalte Eier ausgeführt. In die Rus wurden handwerkliche Produkte, Waffen, Buntmetalle, Stäbe aus Erz aus dem Rheingebiet, Tuchwaren und Luxusartikel eingeführt.

Entlang der Via Regie bestanden Faktoreien jüdischer Kaufleute aus Kalifat von Córdoba, die hauptsächlich mit Sklaven handelten. Ähnliche Faktoreien waren auch in Przemyśl und Kyjiw. Die Waren wurden von Kyjiw nach Przemyśl mit Vierradfuhrwerken befördert.

Nach dem Zerfall der Kyjiwer Rus und Entstehung der Fürstentümer Galizien und Wolhynien sowie Gründung neuer Städte im Westen der heutigen Ukraine wurde die Verbindung zwischen Ost- und Westeuropa durch die mitteldeutsche Route Via Regia stabilisiert und gestärkt. Im XXI. Jh. erlebt Via Regia ihre Renaissance als vor allem die touristische Route, die Ost- und Westeuropa verbindet und ihre Annäherung und Integration fördert.